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Sylt zerfällt nicht – der Untergang der Insel ist verschoben...Teil 1

Sylt zerfall Schutz

Mit der spektakulären Behauptung, dass der Insel Sylt der „Zerfall“ droht, hat die Online-Ausgabe einer großen, renommierten deutschen Tageszeitung in den vergangenen Tagen für heftigen Wirbel im Internet gesorgt. Der Begriff „Zerfall“, mit dem die Schlagzeile in einer recht reißerischen Manier die Leser der Internetgemeinte aufschreckt, wird durch den Duden mit den Synonymen „Auflösung“ , „Zerstörung“ und „Untergang“ gleichsetzt. Das suggeriert nun eine größtmögliche Gefahr für Leib und Leben der Insulaner und der Gäste der Insel Sylt und lässt vor dem gedanklichen Auge die Ströme an Inselflüchtlinge über den Hindenburgdamm in Richtung Festland erscheinen.
Und der Chor der besorgten Wissenden stimmt ein in die Slogans „Deutschland verliert ein Stück“ und „Deutschland schrumpft“. Und es wird sogar die "Doomsday Clock"ins Spiel gebracht, die die Menschheit vor dem nahenden Weltuntergang warnt – der jetzt auf Sylt beginnt.

Mitnichten!
Die Dramatik, die sich alleine aus der Überschrift des Artikels ergibt, wird bei genauem Hinsehen wieder relativiert: Es geht nicht um die Insel Sylt und deren Zerfall oder gar deren Untergang, es geht um die Spitze des Insel-Südens, um die „Hörnumer Odde“. Diese wurde im Jahr 1972 unter Naturschutzgestellt und seither auch regelmäßig vermessen – Ergebnis: Seither hat die Odde rund 80 % ihrer Fläche eingebüßt. Heute misst die Spitze je nach Wasserstand gerade noch einer Breite von 100 bis 150 Metern, Wind und Wasserhaben inzwischen die einst mächtigen Dünen halbiert oder ganz abgetragen.


Insbesondere die Sturmtiefs mit orkanartigen Böen sowie Orkane in Verbindung mit sehr hohen Wasserständen oder sogar furchterregende Sturmfluten der letzten Jahre haben an der Nordseeküste und hier ganz besonders auf Sylt die Sanddepots und Dünen der Insel angegriffen und abgetragen. Und diese Unwetter haben in der Vergangenheit in einer relativ schnellen Folge auch die Westküste heimgesucht: So im Oktober 2013 mit erheblichen Verwüstungen der Orkan „Christian“, gleich darauf folgte Anfang Dezember 2013 das Sturmtief „Xaver“ – beide lösten Sturmfluten aus. Im Dezember 2014 brachten der Orkan „Alexandra“ und sein Ausläufer, das Sturmtief „Billie“, u.a. auch wieder der deutschen Nordseeküste Sturm in Verbindung mit Hochwasser.


Im vergangenen Herbst rissen die beiden Sturmtief "Heini" und "Iwan" an der Odde noch einmal fast 60 Meter Sand und Düne auf voller Länge weg und auch das Orkantief „Nils“ im November 2015 vervollständigte das derzeitige Abbruchsszenarium an der Odde. Wo früher weißer Sand lag, schwappt heute bei Flut bereits die Nordsee.
Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz kann gegenwärtig keine seriöse Prognose zur weiteren Entwicklung abgeben, schließt jedoch die weitere Schrumpfung der Odde nicht aus und befürchtet, dass ein weiterer Teil der Dünen wohl schon bald abgetragen wird, zumal gerade jetzt wieder die Zeit der Frühjahrsstürme bevorsteht, die eventuell wieder mit Wucht und Hochwasser auch an die Westküste der Insel Sylt auftreffen.

Das Meer nimmt – das Meer gibt

Nun liegt es in der Natur der hydrologischen und geologischen Gegebenheiten, dass die Meeresküsten einer permanenten Veränderung unterliegen. Grade an der Westküste hat es im Laufe der Jahrhunderte enorme Veränderungen gegeben:
Das Wattenmeer verdankt seine Entstehung in erster Linie dem Anstieg des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit. Immer wieder brach das Meer bei Sturmfluten in das Land ein. So entstanden Gebiete mit flachem Wasser, die bei Ebbe trocken fallen - das Watt.


Die Inseln und Halligen sind im Verlauf der Jahrhunderte aus größeren zusammenhängenden Landmassen entstanden, die durch Sturmfluten auseinandergerissen wurden. Sylt wurde erstmalig Sylt 1141 als Insel benannt und lag damals als Priel-Landschaft vor dem Festland, das bei Ebbe in wenigen Minuten zu erreichen war. Auch zum Beispiel die heutige Halbinsel Nordstrand und die Insel Pellworm gehörten in früherer Zeit zu einer großen Insel, die den Namen Strand trug. Nach der Sturmflut, der „Groten Mandränke“ von 1362, wurde das Land endgültig zerrissen und die gesamte Nordfriesische Küste wurde neu gestaltet. Nach der Flut sind die Geestinsel Amrum und Sylt, Föhr mit Geest und Marsch entstanden und geblieben. Außerdem bildeten sich die berühmten Halligen.

 

Hier der 2 Teil der Sylt Story

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