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Für ‘ne Buddel voll Rum

Die Flensburger Rumregatta

Segelschiff

Dabei handelt es sich bei diesem traditionellen Segelfest um das größte nordeuropäische Gaffelrigger-Treffen, bei dem sich die "historisch segelnden Berufsfahrzeuge" im Museumshafen einfinden und mit Hafenfest und Regatta an alte Seehandelstraditionen und ein Stück Flensburger Geschichte erinnern.


Nach der Satzung des Veranstalters, des „Museumshafen Flensburg e.V., sind hier die "historisch segelnden Berufsfahrzeuge", also die noch segelnden Schiffe und Boote der Revier- und Küstenfahrt, d.h. kleine Frachtsegler, Fischereifahrzeuge sowie Dienstfahrzeuge, wie z.B. Zoll-, Lotsen- und Rettungskutter zugelassen.
Dass es sich in diesem Jahr bereits um die 37. Regatta handelt belegt, dass die Regatta im Jahr 1980 aus der Taufe gehoben wurde. Der rein ehrenamtlich arbeitende Verein des Flensburger Museumshafens beabsichtigte damals, die Gaffel- und Rahsegler der deutsch-dänischen Region einmal im Jahr zu einem gemeinsamen Segelereignis zusammenzuführen. Nahmen an der Regatta im ersten Jahr 30 Schiffe teil, so entwickelte sich die Zahl der teilnehmenden Schiffe stetig: 1987 waren 130 und zur 26. Rumregatta im Jahr 2005 bereits mehr als 140 gemeldete Teilnehmer. Das Treffen der Kutter, Ewer, klassischer Yachten, Topsegelschoner und Galeassen aus dem gesamten Nord- und Ostseeraum ist in den letzten Jahren regelrecht zu einem maritimen Volksfest und der größten Veranstaltung dieser Art in Nordeuropa geworden, das mittlerweile auch von mehreren Zehntausend „Seh-Leuten“, selbst aus den viel weiter südlich gelegenen Landstrichen, besucht wird – Tendenz zunehmend.

Ein Event mit geschichtlichem Hintergrund
Der Name der Regatta weist auf die lange Tradition Flensburgs als Rumstadt hin. Rum war hier für viele Jahre das wichtigste Handelsgut. Von Flensburg aus fuhren die Handelsschiffe zu den Dänischen Kolonien in der Karibik. Aus Dänisch-Westindien bzw. den Jungferninseln (Jomfruøerne) Saint Thomas, Saint John und Saint Croix (heute Amerikanische Jungferninseln) brachten sie den Rohrzucker in die Stadt – und damit den Rum, dessen Urform ein Getränk der Einwohner Westindiens war. Dabei gehen die Anfänge der Rumverarbeitung in Flensburg bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück, als eben der 1755 einsetzende Westindienhandel Flensburg zur weltweit bekannten Rum-Stadt machte. Die Flensburger Rumfabrikanten verfeinerten das klare Getränk, das durch die Lagerung in Holzfässern die bräunliche Farbe erhält, im Laufe der Jahrhunderte immer weiter. In der Blütezeit des Rums gab es in Flensburg über 200 Rumhäuser. Noch heute strahlen die vielen Kaufmannshöfe und früheren Handels- und Lagerhäuser der Altstadt den Flair dieses inzwischen Vergangenheit gewordenen Kapitels der Flensburger Stadtgeschichte aus.

Eine nicht ganz ernsthafte Regatta und ein fröhliches Hafenfest
Die Rumregatta besteht eigentlich aus 3 Wettfahrten auf der Flensburger Förde:
Am 5. Mai findet die inzwischen 30. „Heringsregatta“ von Kappeln in das dänische Sønderborg statt. Am 6. Mai wird die „Flensburg Fjord Regatta“ von Sønderborg nach Flensburg gesegelt und der eigentliche Höhepunkt, die „Rumregatta“, findet am 7. Mai von Flensburg rund um Tonne 8 statt.


Im Gegensatz zu anderen Regatten ist hier nicht der Sieg das erstrebenswerte Ziel, sondern die Crews der teilnehmenden Traditionssegler bemühen sich hier vielmehr, auf keinen Fall als erste die Ziellinie zu durchlaufen, denn kurioserweise ist das angestrebte Ziel, „nur“ den zweiten Platz zu erreichen: Dieser wird bei der sogenannten „Preisverschleuderung“, also der Siegerehrung, mit einer 3-Liter Flasche von „Johannsen Rum“, einem Erzeugnis eines der beiden letzten Rumhäuser in Flensburg, belohnt. Der Sieger der Regatta wird dagegen mit einem symbolischen und meist eher wertlosen Preis ausgezeichnet, weshalb hier die Devise gilt „Lieber heil und zweiter, als kaputt und breiter“.
Auf vielen der an der Regatta teilnehmenden Boote besteht in jedem Jahr die Möglichkeit des Mitsegelns, aber auch für die „Seh-Leute“ an Land wird eine Menge geboten. Einmal bieten viele Teilnehmer am Liegeplatz die Gelegenheit, an Bord direkte Einblicke in die traditionelle Seefahrt durch die Veranstaltung „Open-Ship“ zu erhalten und den Skippern „Löcher in den Bauch“ zu fragen.


Eine weitere Möglichkeit, handwerkliche Traditionen vergangener Zeit kennenzulernen, die mehr oder weniger mit der früheren Seefahrt in Verbindung standen, ist der Besuch des Gaffelmarktes: Am Bollwerk des Museumhafens und auf den umliegenden Flächen geben (Buddelschiff-) Bootsbauer, Segelmacher, Knotenmacher, Blockmacher, Böttcher (Fassmacher), Schmiede und Drechsler Einblicke in ihr Handwerk.
Angeboten werden hier aber auch Fischerhemden und andere maritime Souvenirs und natürlich ist – wie in jedem Jahr – auch an das leibliche Wohl der Besucher gedacht, denn verschiedene Imbissstände, unter anderem mit leckeren Fischbrötchen sowie Räucherfischerzeugnissen und Getränken sind ausreichend vorhanden.
Für die Planung des Himmelfahrtswochenendes kann also ein Besuch der Flensburger „Rumregatta“ nur wärmstens empfohlen werden – im Museumshafen sind sie alle herzlich willkommen – die Schiffe, die Crews und viele Besucher...

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