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Zu Fuß von Föhr nach Amrum. Eine Wattwanderung nicht nur für Nordsee-Profis

Krebs

Zugegeben, es hört sich schon ein wenig abenteuerlich an, die Strecke von Föhr nach Amrum in dem Wissen zu Fuß zurückzulegen, dass sich zwischen beiden Inseln die Nordsee befindet.

Was aber hier gemeint ist, ist eine Wattwanderung: Wo sich vor wenigen Stunden noch das   Wasser und die Wellen der Nordsee befanden, liegt bei Ebbe der Meeresboden frei. Und so ist es möglich, das faszinierende Erlebnis einer geführten Wattwanderung zu genießen. Die Betonung liegt hier aber eindeutig auf dem Begriff „geführte Wattwanderung“, denn dieses Unternehmen allein durchführen zu wollen, ist mehr als sträflicher Leichtsinn, bei dem die Gefahren im Watt nur allzu oft lebensgefährlich unterschätzt werden.

Von Urlaubern und Fremden werden die Kraft und die Geschwindigkeit des bei einsetzender Flut zurückfließenden Wassers durch die verzweigten Priele oft falsch eingeschätzt und plötzlich aufziehender Seenebel verursacht zudem Orientierungsprobleme - eine Situation, in die man sich nicht begeben sollte.

Nicht nur mal eben eine einfache Wattwanderung

Also, wenn man auf Föhr oder auch auf dem Festland seinen Urlaub an der Nordsee verbringt, kann diese interessante Tour auf einer Strecke von etwa 8 Kilometern von Dunsum auf Föhr bis zur Nordspitze der Nachbarinsel Amrum ein Erlebnis der besonderen Art nur ausdrücklich empfohlen werden. Begleitet von einem erfahrenen Wattführer, der beste Kenntnisse über Land und Leute hat und noch mehr über das einzigartige Naturerlebnis Wattenmeer weiß, erfährt man während eines Spaziergangs auf dem Meeresboden in einem angemessenen und entspannten Tempo zum einen etwas über die „Naturlandschaft Wattenmeer“ selbst, das 2009 zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Zum anderen gibt es natürlich eine Menge an Wissenswertem über die Bewohner des Meerbodens zu erfahren und die Möglichkeit, Wattwürmer, Muscheln, Seesterne und Wattvögel bei der Suche nach Nahrung zu beobachten.

Das Wattenmeer der Nordseeküste, das sich über 500 km von den Niederlanden bis hoch nach Dänemark erstreckt, ist eine weltweit einzigartige Naturlandschaft. Meist mehr als 10 km breit und mit einer Gesamtfläche von rund 8.000 km² ist es der größte Lebensraum seiner Art weltweit. Obwohl das Watt nach dem Trockenfallen bei Ebbe auf den ersten Blick sehr eintönig und karg erscheint, erkennt man auf eben einer solchen   geführten Wattwanderung seine Vielfalt und seine Besonderheiten. Wer jetzt nämlich genauer hinsieht und sich auf die Führung und die Erklärungen des Wattführers einlässt, wird sehr schnell erkennen, dass es hier viel mehr zu sehen und zu entdecken gibt als eine zunächst end- und trostlos erscheinende Weite.

Die einmalige Faune des Nordfriesischen Wattenmeeres erleben

Wenn viele Urlauber bislang die Tierwelt des Wattenmeeres lediglich mit Möwen, mit Seehunden und vielleicht noch mit Austern in Verbindung gebracht haben, wird man hier nun einiges mehr über die Fauna erfahren – so z.B. über Wattwürmer, Krebse, Seesterne und verschieden Muscheln.

Man wird erfahren, dass die meisten Tiere im Watt im Boden leben und somit vor Fressfeinden, Austrocknung bei Ebbe oder vor Verdriftung durch die Meeresströmungen geschützt sind. Das Leben im Wattboden hat z.B. bei den Muscheln und den Würmer, die den Hauptanteil an Wattbewohnern ausmachen, zu einer besonderen Form der Sauerstoffversorgung geführt: Viele der Muschelarten im Watt besitzen eine Art „Schnorchel“, den Siphon, den sie aus dem Boden ragen lassen, während ihr übriger Körper unter der Oberfläche verborgen bleibt. Mit ihm können sie sauerstoff- und nahrungshaltiges Wasser einsaugen und das verbrauchte Atemwasser wieder abgeben. Der Siphon wird manchmal von Vögeln abgebissen. Steckt die Muschel selbst jedoch tief genug im Watt, ist sie vor den hungrigen Schnäbeln geschützt und der Siphon wächst wieder nach.

Würmer hingegen legen Wohnröhren an, in die sie ständig Frischwasser hineinpumpen. Durch das Durchspülen mit sauerstoffreichem Wasser wird dabei der giftige Schwefelwasserstoff zum ungiftigen Sulfat oxidiert. Aber außer Muscheln und Würmern sind hier noch weitere Tiergruppen anzutreffen, z.B. verschiedene Krebse. Gräbt man im Watt ein tiefes Loch, findet man verschiedene Lebewesen wie in Etagen auf unterschiedlichen Ebenen vor: Bis zu einer Tiefe von 10 cm im Boden leben Wattschnecken, Schlickkrebse, Herzmuscheln, die sich übrigens ganz schnell wieder eingraben, wenn man sie freilegt, Plattmuscheln   und Seeringelwürmer. Tiefer im Watt findet man Pfeffermuscheln, Bäumchenröhrenmuscheln, Sandklaffmuscheln und die Sandpierwürmer. All diese Tiere ernähren sich hauptsächlich von kleinen Algen, die entweder auf und im Watt leben oder mit der Flut im Meerwasser herangetragen werden.

Die Wattwanderer werden auch von einer weiteren, wichtigen Funktion des Watt erfahren: Krebse, Jungfische und Vögel bedienen sich hier im Rahmen der Nahrungskette an einem „reich gedeckten Tisch“. Aber das Watt ist gleichzeitig für viele Fischarten auch ein Aufzucht Gebiet für die Jungfische, wie z.B. die Scholle oder die Seezunge. Von vielen Zugvögeln wird das das Watt als Zwischenstopp und "Auftankmöglichkeit" auf ihrem Weg in den Süden oder in den Norden genutzt, z. B. Brachvogel, Kampfläufer und Ringelgans. Weitere bekannte Tiere des Watts sind natürlich auch der Seehund, aber auch die Strandkrabbe oder der rotbeinige Austernfischer, um nur einige zu nennen.

Das alles und noch viel mehr, z.B. dass sich das Watt eigentlich in drei verschiedene Zonen, in sogenannte Materialgebiete, aufteilt – in das Schlickwatt, in das Sandwatt und ins Mischwatt und dass zum Wattenmeer auch die Salzwiesen, der Strand, die Dünen sowie die Inseln und Halligen gehören, wird der Wattführer interessant und anschaulich erklären. Dabei bringt er die Gruppe sicher nach Amrum, von wo aus es ab Wittdün dann mit der Fähre zurück nach Wyk auf Föhr bzw. nach Dagebüll aufs Festland geht.

 

Jetzt neugierig geworden? Dann bitte noch folgendes beachten:

Zur Wattwanderung die geeignete Kleidung tragen: Badehose oder Shorts, Pullover, Windjacke. Da zwischen den beiden Inseln ein hüfttiefer Priel durchwatet wird, gerne eine Hose zum Wechseln mitnehmen. Zum Verstauen der Schuhe und zur Mitnahme von Getränken, Handtuch, Wechselhose und Sonnenschutzmittel empfiehlt sich ein Rucksack.

Vom Festland aus besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an dieser Wattwanderung von Insel zu Insel wie folgt:

Mit der Fähre von Dagebüll zur Insel Föhr. Vom Hafen in Wyk mit dem Bus (Linie 2) nach Dunsum. Von hier erfolgt die Wattwanderung in ca. 2,5 Stunden zur Insel Amrum. Ein Bus fährt von dort von Norddorf nach Wittdün zum Fähranleger.

Mit der Fähre dann zum Ausgangspunkt nach Dagebüll zurück.

 

Infos hierzu gibt es über Wattführer Max Braren

Treffpunkt 25938 Dunsum/Föhr, Deichparkplatz

Tel: 0171/5445894,

keine Anmeldung notwendig, Beginn der Wattwanderung stets tidenabhänig!

Preise:

Inkl. Watt- u. Inselführung, Fähre,

Busfahrt auf Amrum & Föhr: € 24,00 Erw. / € 13,00 Ki. bis 14 J.

nur Wattführung.: € 7,00 Erw. / € 4,00 Ki.

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