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Ein Jubilar im Krokus-Meer – 200. Geburtstag von Theodor Storm

Krokusmeer

Den nun wohl unwiderruflichen Einzug des Frühlings unterstreichen von März bis April mehr als vier Millionen Krokusse, die den Park am Husumer Schloss in einen violetten Blütenteppich  verwandeln.

Und inmitten der so schön wild wuchernden Krokusblüten steht die Büste eines Mannes auf dem Sockel, der wohl der prominenteste Sohn der Stadt Husumer ist - Theodor Storm.

Seine in Bronze gegossene Büste lächelt in das Blütenmeer;  geschaffen anlässlich seines 10. Todestages von ebenfalls einem Sohn der Stadt Husum - einem der bedeutendsten deutschen Bildhauer im Jahr 1898 -  Adolf Carl Johannes Brütt (*10. Mai 1855 in Husum, †6. November 1939 in Bad Berka/Thüringen)

Theodor Storm, eigentlich Hans Theodor Woldsen Storm, erblickte in Husum  am 14. September 1817 das Licht der Welt – sein Geburtstag jährt sich damit in diesem Jahr zum 200. Mal. Bereits als 15-Jähriger schrieb er seine ersten Gedichte und mehrere journalistische Arbeiten, die z.B. im „Husumer Wochenblatt“ sowie im „Dithmarscher und Eiderstedter Boten“ veröffentlicht wurden.

Ab 1837 folgte ein Jura-Studium an der Universität Kiel und in Berlin. 1843 eröffnete er in Husum eine Anwaltskanzlei, verlor jedoch 1852 sein Amt als Advokat wegen seiner kritischen Einstellung zum Fortbestand der dänischen Vorherrschaft über die nach dem dreijährigen Krieg (1848–1851) jetzt offiziell als Schleswig-Holstein vereinigten Herzogtümer sowie wegen seiner Parteinahme für die deutsche Sache und war gezwungen, 1853 Husum zu verlassen.

Nach Stationen in Potsdam und Heiligenstadt (Thüringen) kehrte er 1864 als Landvogt zurück nach Husum.

Storm - Husums großer Sohn und die „Graue Stadt am Meer“

Von 1864 bis 1880 war Husum der Lebensmittelpunt Storms. Hier starb 1865 seine Frau Constanze, hier heiratete er 1866 seine zweite Frau Dorothea, mit der er das Haus Wasserreihe 31 bezog, das sie bis 1880 bewohnten und das heute das Theodor-Storm-Museumbeherbergt.

Und hier schrieb er – Gedichte und Novellen, mit denen zu einem der bedeutendsten Vertreter des bürgerlichen bzw. poetischen Realismus in Deutschland gezählt wird. Viele Örtlichkeiten seiner engeren Heimat, aber auch wohl viel eigenes Erleben, sind in seine zahlreichen literarischen Werke eingegangen, so natürlich in die bekannten Novellen „Pole Poppenspäler“ und in sein letztes großen Werk, dem „Schimmelreiter“.  Bekannt sind ebenfalls seine Märchen von der „Regentrude“ und vom „Kleinen Häwelmann. Bereits im Jahr 1852 entstand das Gedicht „Die Stadt“ – heute wohl weniger bekannt als dessen eigentliche Überschrift „Am grauen Strand, am grauen Meer“ und der letzten Gedichtzeile „Du graue Stadt am Meer“ – gewidmet seinem Heimatort Husum an der Nordsee. Hier beschreibt er zunächst die Stadt als trist, grau und monoton und deutet doch zum Ende  auf seine schönen Kindheitserinnerungen hin, die er in dieser Stadt hatte. Theodor Storm starb am 4. Juli 1888 auf seinem Altersruhesitz  in Hanerau-Hademarschen - beerdigt wurde er jedoch in seiner „grauen“ Heimatstadt Husum.

Das Storm - Jahr 2017 in Husum

Natürlich wird in seiner „grauen Stadt am Meer“ anlässlich der Feier  seines 200. Geburtstages das Storm-Jahr feierlich begangen:  Unter dem Motto „Hehle nimmer mit der Wahrheit: 200 Jahre Theodor Storm“ feiert die Stadt Husum das Jubiläum. Und das Motto ist die ersten Zeile des Gedichtes „Für meine Söhne“ aus dem Jahr 1854. Storm selbst steht hier für das ein, was er seinen Söhnen  als Maximen der Lebensführung mit auf den Weg gibt – ein gutes Motto!

Gemeinsam mit der Stadt Husum lädt die Theodor-Storm-Gesellschaft

am 17. März 2017 zur Eröffnung des Storm-Festjahres unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Torsten Albig, ein. Bei der Auftaktveranstaltung im Rathaus spricht Finanzministerin Monika Heinold das Grußwort des Landes Schleswig-Holstein. Danach wird im Storm-Haus in der Altstadt weitergefeiert und dem Dichter zu Ehren eine neue Dauerausstellung eröffnet, die dann anschließend auch für die Besucher  zugänglich ist.

Am 18. März liest Stefan Gwildis seine Version des „Schimmelreiters“  im Schloss vor Husum. Die Erzählung über den Deichgrafen Hauke Haien gehört zu den Klassikern der Mythen und Sagen des Nordens. Storms Held, der die Allmacht Gottes bezweifelt und den Kampf gegen die Naturgewalten aufnimmt, fasziniert bis heute. Er war ein Visionär, seiner Zeit weit voraus, ein Liebender und ein tragisch Scheiternder.

Weiterhin wird im Mai eine Sonderausstellung über Storms Freundschaft zu Theodor Mommsen eröffnet. Der nordfriesische Altertumsforscher bekam 1902 den Literaturnobelpreis und lebte als Student zusammen mit Storm in einer Wohngemeinschaft in Kiel. Zusammen mit Theodor Mommsen und dessen Bruder Tycho sammelt Storm während des Studiums schleswig-holsteinische Sagen, Märchen und Lieder. 1843 veröffentlichen sie gemeinsam das "Liederbuch dreier Freunde“. Auch Theodor Mommsen würde in diesem Jahr seinen 200.Geburtstag feiern. Die Sonderausstallung wird Ende des Jahres auch im Landeshaus in Kiel gezeigt.

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