Ferienwohnung bauernhof Nordsee

Wonnemonat Mai mit Maiglöckchen, Maibowle, Maibaum und…vielleicht Maikäfern

Maikäfer

Nun ist endlich der Mai gekommen und die Gedanken an diesen Monat verbinden sich wohl fast automatisch mit dem endlich ersehnten Frühling, dem Lenz, der uns grüßen lässt, an die Bäume, die nun endlich ausschlagen und natürlich an die Maibäume und die Maibowle.

Viele Menschen verbinden damit aber auch einen Käfer, für den dieser Monat Programm ist - Maikäfer sieht man im Mai. Und wer denk dabei nicht auch an den Zeichner und Dichter Wilhelm Busch (1832-1908), der im fünften Streich der Lausbubengeschichten von „Max und Moritz“ den Krabbeltieren ein bildliches und literarisches Denkmal gesetzt hat: „Doch die Käfer, kritze, kratze! Kommen schnell aus der Matratze“ – so beginnt Onkel Fritzens leidvolle Erfahrung mit den Maikäfern, die ihm Max und Moritz eingebrockt haben.

 

Maikäfer, flieg! –Ein Image zwischen Kindheitserinnerung und Pflanzenschädling

Die Maikäfer gehören zur Familie der Blatthornkäfer, was mit den Spitzen der Fühler zusammenhängt, die wie blätterartige Fächer aussehen. Damit können sie sehr gut riechen, wobei letztlich die männlichen Käfer bemerken, wenn ein Weibchen bereit zur Paarung ist.

An warmen Abendstunden im Mai und manchmal auch noch bis in den Juni hinein, kann man Maikäfer an Waldrändern oder markanten Einzelbäumen fliegen sehen. Hier führen die Käfer einen Reifungsfraß durch und verpaaren sich.

Wobei – eigentlich hört man sie, bevor man sie sieht, denn wenn sie in Massen unterwegs sind, kann man bereits von weitem ein lautes Brummen hören. Auch ein einzelner ist gut zu hören und im Kindermund ist das die Bezeichnung vom „dicken Brummer“ gar nicht so falsch und passt ziemlich gut zu ihnen.

Wenn die Bauern früher dieses Geräusch hörte, kam oft Panik, zumindest aber ziemlich schlechte Laune auf, denn die Käfer fressen für ihr Leben gern - und das gefiel den Landwirten natürlich nicht besonders. Deshalb bekamen die Kinder in verschiedenen Regionen Deutschlands früher manchmal „Maiferien“ und waren dann damit beschäftigt, die Käfer von den Bäumen und Pflanzen zu sammeln.

Damals hingen die Bäume oftmals noch voll mit Maikäfern, die auf den Höfen dann vielfach an die Hühner verfüttert wurden.

Dabei waren die Kinder früherer Jahre begeisterte Maikäfersammler: Viele Käfer wurden zu Hause eine Zeit lang in Kartons mit Luftlöchern aufbewahrt und mit frischen Blättern als Nahrung versorgt. Wer kennt nicht das Kratzen und Brummen, das besonders abends aus einer Zigarrenkiste erklang. Und Maikäfer waren dann für die Kinder auch eine begehrte Tauschware! Man unterteilte sie nach mehreren Variationen, so gab es z.B. die Bäcker oder Müller, die eine starke, weiße Behaarung haben und dadurch heller wirken. Die weniger behaarten Schornsteinfeger sind dementsprechend dunkler. Am seltensten kamen die „Kaiser“ vor. Mit ihrem etwas rötlicheren Kopf und dem rötlicheren Brustschild erinnern sie wohl an die purpurfarbenen Umhänge von Kaisern und Königen und hatten dementsprechend einen hohen Sammel- und Tauschwert!

 

„Es gibt keine Maikäfer mehr“

Was der Liedermacher Reinhard Mey in seinem bekannten Lied „Es gibt keine Maikäfer mehr“ (Livealbum „20 Uhr“ von 1974) singt, beschreibt besonders die Folgen der massiven Bekämpfung der Maikäfer zwischen Anfang der 1950er Jahre bis etwa 1972 mit dem inzwischen verbotenen Insektizid DDT. Diese Bekämpfung war eine Reaktion auf die teilweise großen Schäden, die vorhergehende Maikäferplagen verursacht hatten. Diese radikale Bekämpfung führte dazu, dass sie inzwischen in manchen Regionen vom Aussterben bedroht sind. So gibt es heute keine „Maiferien“ mehr, denn Maikäfer gibt es tatsächlich nur noch wenige und sie sind vor allem nicht immer zu sehen. Viele glauben sogar, sie wären bei uns selten geworden oder sogar ausgestorben.

Dem ist aber nicht so: Die Maikäfer unterliegen durch ihre drei bis fünf Jahre dauernde Entwicklungszeit im Boden starken Populationsschwankungen. Damit verbringen sie die meiste Zeit ihres Lebens als Larven (genannt Engerlinge) unter der Erde. Diese Larven verursachen durch Wurzelfraß meist viel stärkere Schäden als der Käfer selbst. Neben landwirtschaftlichen Flächen sind vor allem Pflanzgärten und Baumschulen betroffen, da der Verlust an Wurzelmasse durch Engerlingsfraß Keimlinge und sogar junge Bäume absterben lassen kann.

Aus den Engerlingen entwickeln sich im Boden bis etwa in Spatentiefe die Käfer, die nach der Verpuppung im Hochsommer vor einem Flugjahr bereits fertig ausgebildet sind. Nach etwa 3 bis 5 Jahren kriechen diese aus der Erde und pflanzen sich als Käfer fort. Sind die erwachsenen Tiere erst einmal geschlüpft, leben sie allerdings nur ca. 4 bis 6 Wochen und sterben dann ab. Diese wenigen Wochen nutzen sie dazu, fast permanent zu fressen. Deshalb erscheinen die Käfer auch relativ dick.

Durch den 3 bis 5jährigen Zyklus kommen etwa alle 4 Jahre besonders viele Maikäfer aus der Erde. Beobachtungen haben ergeben, dass alle 30 bis 45 Jahre so viele Maikäfer aus dem Bodenkommen, dass man dies schon fast als Plage bezeichnen kann.

Im Südwesten Deutschlands sind 2012 besonders viele Maikäfer geschlüpft, so dass von hier eine Maikäfer-Invasion gesprochen wurde.

Selbst Naturschützer hatten damals keine Einwände, den Käfern mit Gift zu Leibe zu rücken. Bereits viel früher gab es richtige "Maikäferjahre": So wurden 1911 in einem Wald in der Rheinpfalz etwa 22 Millionen Käfer auf einer etwa 1.800 Hektar großen Fläche gefunden und getötet - anders konnte man diese riesigen Mengen Käfer nicht bekämpfen.

Seit in der modernen Landwirtschaft Gifte gegen Insekten verwendet werden und durch moderne Pflüge die Engerlinge beim Pflügen an die Erdoberfläche geholt werden und dort sterben, kommen Maikäfer kaum noch in großen Mengen vor. Nur in kleinen Gebieten wie etwa in der Oberrheinebene und in Thüringen wurden 1997 wieder 20 bis 80 Käfer pro Quadratmeter gezählt.

 

„Sumsemänner“ auch heute populär und sympathisch

„Herr Sumsemann“ hieß der dicke Maikäfer im Märchen „Peterchens Mondfahrt“ von Gerdt von Bassewitz, das 1912 als Märchenspiel aufgeführt wurde und1915 dann als Buch veröffentlicht wurde. Und auch dieser Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur mag dazu beigetragen haben, dass Maikäfer besondere bei Kindern viel Sympathie genießen.

Der schöne, große Käfer, der eine Weile braucht, ehe er sich brummend in die Luft erhebt, weil er vor dem Start mit den Flügeln pumpt, ist einfach beliebt. Wenn er fliegt sieht das sehr lustig und behäbig aus, weil ein Maikäfer recht schwer ist. Beim Flug dienen die harten Deckflügel als Tragflächen, die dünnen Hautflügel wirken wie Propeller.

Maikäfer sind sehr bequeme Tiere und fliegen nur, wenn es unbedingt nötig ist. Manchmal plumpsen sie auch von einem Blatt und landen mit zappelnden Beinen auf dem Rücken.

Sie sind in ihrer kurzen Lebenszeit als Käfer zwar echte Fressmonster, sind aber gleichzeitig vor allem für Vögel wie Krähen und Möwen sowie für Fledermäuse als ein delikates Futter. Den Engerlingen werden vor allem Maulwürfe sowie Igel, Spitzmäuse und Wildschweine gefährlich.

Und wenn heutzutage abends ein paar „Brummer“ den Garten als Einflugschneise zum nächsten Obstbaum wählen, dann bleiben wir gelassen und erfreuen uns, wenn wir sie auf die Hand nehmen können Wenn man einen Maikäfer über die Hand laufen lässt, dann kitzelt das, weil sich am Ende der 6 kräftige Beine eine Art Enterhaken befindet und man kann sich einfach daran erfreuen. Immerhin – für einen Flug waren drei bis fünf Jahre Vorbereitung notwendig.

Zurück

Schafe
  • Tel: +49.04663.1889576
  • Fax: +49.04663.2034927
  • Mail: Info@Hockmannshof.de

© 2010 - 2017.Hockmannshof - NordseeUrlaub mit HundFerienwohnung auf dem BauernhofImpressum/Datenschutzerklärung