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Moin – Ein norddeutscher Gruß verbreitet sich im Land

Möwe

Eine Begegnung im Urlaub vor Jahren in Süddeutschland wird unseren Kindern und mir wohl immer in Erinnerung bleiben: Beim Eintreten in einen Bäckerladen gegen 16 Uhr grüßten wir alle, wie gewohnt, mit einem freundlichen „Moin!“, worauf die Verkäuferin hinter ihrer Ladentheke freundlich lächelnd zurückfragte „Ja mei, seien’s denn eben erst aufgestanden?“ Aber, wie gesagt, das war vor einigen Jahren.

 

 


Natürlich ist der norddeutsche Gruß „Moin!“ oder auch „Moin,Moin!“ schon mal mit einem etwas unwirsch daher geknurrten „Morj’n“ für „Morgen“ statt „Guten Morgen“ zu verwechseln.
Auch Gäste unserer Region entlang der Nordseeküste von Ostfriesland bis zur dänischen Grenze sind oftmals verwundert, wenn auf ihren Gruß „Guten Tag“ von den Einheimischen mit einem „Moin!“ geantwortet wird und reagieren sehr oft mit der Frage „Moin? Naja dafür ist es jetzt doch schon 'nen büschen spät, oder!?"

„Moin!“ – ein Gruß für jede Tageszeit

Das freundliche „Moin!“ hat nun mit dem Morgen rein gar nichts zu tun, denn der oftmals als recht wortkarg eingeschätzte Norddeutsche bedient hier tatsächlich ein Klischee: „Moin!“ ist einfach ein Universalgruß und wo man in anderen Gegenden etwas ausführlicher einen „Guten Morgen“, einen „Guten Tag“, ein „Grüß Gott“, einen „Guten Abend“ und eine „Gute Nacht“ wünscht, grüßt man zwischen Emden und List auf Sylt eben mit „Moin!“, wobei angesichts einer „hohen Sprachökonomie“ das "Moin, Moin!" hier bereits oftmals schon wieder als geschwätzig gilt.

Eine etymologisch wohl nicht ganz genaue Erklärung
Die Etymologie, die Lehre von der Herkunft und Geschichte der Wörter kann die Fragen zum Begriff „Moin!“ sowohl von seinem Wort-Ursprung als auch seiner geografischen Herkunft nicht eindeutig beantworten und selbst Wikipedia tut sich mit einer verbindlichen Erklärung schwer.


Im norddeutschen Verbreitungsgebiet wird davon ausgegangen, dass der Gruß einer Mischung aus friesisch, niederländisch und plattdeutsch entstammt und zunächst für „Mojen Dag!“ oder auch „Moien Dag“, also für einen „Schönen Tag“ stand. Der „Tag“ wurde im Laufe der Jahre verschluckt oder eben unter „sprachökonomischen Gesichtspunkten“ einfach vernachlässigt und es blieb das "Moin!". Und da „schön“ keine zeitliche Bedeutung ausdrückt, kann man den Gruß „Moin!“ zu jeder Tages- und Nachtzeit verwenden und es gibt Menschen, die sich inzwischen mit einem „Moin!“ auch aus der Runde ihrer Gesprächspartner verabschieden.


Eine Grußformel auf dem Vormarsch des Sprachgebrauchs

Und der Gruß hat sich im Laufe der letzten Jahre im gesamten deutschen Sprachraum rasant verbreitet. Das norddeutsche „Moin!“ wird heute überall in der Republik verstanden, es gilt in allen Altersklassen als cool und lässig und selbst Spitzenkräfte der Gesellschaft haben es in den aktiven Wortschatz aufgenommen.


Selbst der Gruß „Moinsen!“ als verlängerte Version von „Moin!“ ist zwischenzeitlich im allgemeinen Sprachgebrauch angekommen, nicht zuletzt durch die lässige Art des Hauptkommissars Frank Thiel (dargestellt von Axel Prahl) in der ARD-Serie „Tatort“ aus Münster. Hier gehen die Sprachforscher davon aus, dass mit dieser Grußformel mehrere Leute auf einmal angesprochen werden („Moinsen“ als Kurzform für „Moin zusammen“)


Und nicht zuletzt wird der „soziale Aufstieg“ der norddeutschen Grußformel „Moin!“ sogar durch die Aufnahme in den Duden belegt. "Moin! Moin!" - geschrieben sowohl mit großem als auch kleinem „M“ ist ein Zeichen für die Bekanntheit und Verbreitung des Wortes "Moin!".

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