Ferienwohnung bauernhof Nordsee

Die Nolde Stiftung Seebüll

Emil Nolde Haus

 

Wer seinen Urlaub in der Region Nordfriesland/Südtondern verbringt, sich für Malerei oder einen schönen Garten interessiert oder einfach einmal ein Stück der typisch nordfriesischen Landschaft kurz vor der Grenze nach Dänemark kennenlernen möchte, dem sei ein Besuch in Seebüll empfohlen: Seebüll oder dänisch Søbøl ist ein Ortsteil der Gemeinde Neukirchen im Norden des schleswig-holsteinischen Kreises Nordfriesland.

 

Hier schuf sich der Maler Emil Nolde (1867-1956) auf der Warft Seebüllin der Abgeschiedenheit der Landschaft als Ort der Ruhe, die er für sein künstlerisches Schaffen benötigte, ein sehenswertes Wohn- und Atelierhaus. Das Gebäude, das so gar nicht dem Baustil der hiesigen Landschaft entspricht, ragt inmitten der weiten Marschlandschaft wie eine Burg gegen den hohen, weiten Himmel Nordfrieslands. Die gradlinigen Formen des dunkelroten, kubischen Ziegelbaus erinnern wohl bewusst an die Architektur des Bauhauses der 20er Jahre und steht damit im Kontrast zu den mit Reet gedeckten Friesengehöften der Umgebung.

Geboren am 7. August 1867 als Emil Hansen im Dorf Nolde im damaligen Kreis Tondern heiratete er 1902 die dänische Schauspielerin Ada Vilstrup und änderte anlässlich der Hochzeit seinen Namen nach seinem Geburtsort in „Nolde“ um.
1926 kaufen Ada und Emil Noldeden Hof auf der Warft in Seebüll und entwarfen dieses außergewöhnliche Gebäude, das mit dem herrlichen und selbst geplanten und selbstangelegten Blumengarten ab dem Bezug im Jahr 1937ein regelrechtes Refugium für beide war.


Zu Noldes Lebzeiten bot jedes Fenster einen herrlichen Blick in und auf den Garten. Im Erdgeschoss befanden sich die Wohnräume (heute original möbliert und von außen einsehbar) und über den Wohnräumen lag Noldes Atelier. Die Ausrichtung der Räume folgte dem Lauf der Sonne.

Kraftvolle und farbenfrohe Bilder der Norddeutschen Heimat

Ein großer Teil der Werke Emil Noldes sind von einer starken und ausdrucksvollen Farbigkeit geprägt. In ihrer Darstellungen zeigt er oftmals landschaftliche Motive seiner norddeutschen Heimat.
Die leuchtenden Marsch- und Meerlandschaften unter dem heraufziehenden Sturmhimmel, die biblischen Szenen und auch die Blumenaquarelle sind heute wahre Publikumslieblinge.


Unverkennbar ist für den Betrachter auch, dass der Blumengarten, in den das Haus praktisch eingebettet ist, für Noldes lodernde Farben in seinen Bildern die Inspiration war. Daher ist es auch verständlich, dass man die Anlage des Gartens heute noch so bewahrt und pflegt, wie zu Lebzeiten Emil Noldes – einfach eine Augenweide für den Betrachter und eine Würdigung des Malers, denn zum Garten mit dem reetgedeckten Gartenhaus und dem Teich gehört auch die Begräbnisstätte von Ada und Emil Nolde.


Der gesamte Komplex wurde 1957, ein Jahr nach Noldes Tod, als Nolde Museum, der „Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde“ eröffnet. Auftrag der Stiftung ist es, hier den umfangreichen Nachlass ganz im Sinne des Künstlers zu verwalten, sein Werk der Nachwelt zu erhalten und weltweit zu vermitteln. Ebenfalls 1957 wurde ganz in Erfüllung dieses Auftrages hier die erste Jahresausstellung eröffnet. Seither geben die verschiedenen Themen und Schwerpunkte dieser Jahresausstellungen immer wieder neue Einblicke in das reiche künstlerische Werk des Malers.


So findet in diesem Jahr bereits die 60. Jahresausstellung in Seebüll statt, die unter dem Motto „Emil Nolde – Das Spätwerk“ steht. Damit soll dem Spätwerk Noldes, dem in den vergangenen Jahrzehnten nur relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, ein gebührendes Interesse entgegengebracht werden.

Emild Nolde - geschätzt, gelobt und doch nicht unumstritten

 

Emil Nolde wird heute als ein Maler von Weltruhm geschätzt und als einer der führenden Expressionisten und als einer der größten Aquarellisten in der Kunst des 20. Jahrhunderts gefeiert.Seine Arbeiten werden in allen Galerien der Welt präsentiert.


Allerdings bemühen sich die Mitarbeiter der Stiftung Seebüll in jüngster Zeit aber auch darum, die umstrittene Rolle Emil Noldes in der Zeit des Nationalsozialismus, seine engagierten Parteinahme für die NS-Ideologie, die Mitgliedschaft in der NSDAP sowie seine damit verbundenen antisemitischen Äußerungen aufzuarbeiten.


Zwar stellte er seine Kunst nicht in den Dienst des Nationalsozialismus, vielmehr galten seine Bilder damals sogar als "entartete Kunst" und wurden abgehängt und beschlagnahmt, er selbst erhielt Malverbot und blieb trotz alledem ein glühender Bewunderer Adolf Hitlers und ein Anhänger des "Dritten Reichs".Noldeseigene Biografie und die Arbeiten früherer Biografen haben die Zeit bewusst ausgespart oder verschwiegen, ihn vielmehr nach 1945 in der Rolle eines im "Dritten Reich"„verfemten“ und verfolgten Künstlers gesehen oder sehen wollen. Teilweise auch wegen fehlender Quellen oder eines bisher in den Archiven nicht endgültig erschlossenen Quellenbestandes war eine Aufarbeitung der umfassend die Beziehung Emil Noldes zum Nationalsozialismus bisher nicht oder nur unzureichend möglich.
Zum 60. Jahr der Stiftungsgründung „Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde“ und im Vorfeld des 150. Geburtstages von Emil Nolde im Jahr 2017 scheint eine Aufarbeitung dieses Themas mehr als zeitgemäß, die Geschichte „hinter den Bildern“ muss einfach auf den Tisch, damit sich jeder ein eigenes Bild machen kann.


Vielleicht ergibt sich danach ja auch ein neuer Blick auf seine Kunst, - der Popularität seiner nordischen Sturmhimmel, seiner Marschen- und Meerlandschaften und seiner farbenprächtigen Blumenbildnissen wird das gewiss keinen Abbruch tun.


Besuchen Sie Emil Nolde!

Nolde Stiftung Seebüll
Seebüll31
D-25927 Neukirchen
Tel.: 04664 983930
Öffnungszeiten von März bis November :
täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr
www.nolde-stiftung.de

Zurück

Schafe
  • Tel: +49.04663.1889576
  • Fax: +49.04663.2034927
  • Mail: Info@Hockmannshof.de

© 2010 - 2017.Hockmannshof - NordseeUrlaub mit HundFerienwohnung auf dem BauernhofImpressum/Datenschutzerklärung