Ferienwohnung bauernhof Nordsee

Teepunsch, „Tote Tante“ und Co. – heißer Genuss für kühle Tage

Heißgetränk

An der Westküste Schleswig-Holsteins ist die herbstliche Ruhe eingekehrt, die Scharen der sand- und sonnenhungrigen Urlauber sind längst wieder zu Hause. Wer jetzt als Urlauber nach Nordfriesland reist, genießt ganz viele Vorteile. Zwar ist das Bad in der Nordsee keine Option mehr, dafür fallen mit den Herbstlaub auch die Preise für Hotels und Pensionen – in der Tourismusbranche ist halt Nebensaison, an Zäunen und in den Fenstern sieht man jetzt die Schilder „Ferienwohnung frei“ oder „Zimmer zu vermieten“. Wer im Herbst an die Nordsee fährt weiß, dass diese Jahreszeit an der Küste nicht immer ein „goldener Herbst“ ist und das Wetter nicht immer vorhersehbar ist: Von Mitte September bis Ende Oktober haben hier die drei Sturmtiefs „Sebastian“, „Xavier“ und „Herwart“ nacheinander mit orkanartigen Böen, mit Hochwasser, Sturmfluten und Starkregen nicht nur das Laub von den Bäumen gerissen und ganze Baumreihen umgeworfen sondern auch den Bahnverkehr teilweise vollkommen zum Erliegen gebracht. Und es gab schon Anfang November die ersten Nachtfröste.

 

Im Herbst und Winter hier an der Nordsee einfach mal die Ruhe genießen und zur Ruhe kommen

Wer also jetzt hierher kommt, tut das sehr bewusst, genießt hier die Ruhe und die Leere am Strand und nutzt hier die Gelegenheit, einfach rauszugehen und runterzukommen. Die Ferienorte sind nicht mehr so voll und überlaufen wie im Sommer und gerade jetzt ist es hier viel ruhiger und beschaulicher.

Gut „eingepackt“ in wetterfester Kleidung kann man jetzt Spaziergänge an den Stränden oder auf den Deichen unternehmen, oft über viele Kilometer, ohne jemandem zu begegnen. Nur begleitet von der am

Horizont schon tief stehenden Sonne, erleben, wie der Wind die Wolken über den Himmel jagt. Draußen die unbändige Kraft der Natur erleben und zu beobachten, wie ein rauer Wind Schaumkronen auf den Wellen türmt.

Gerade jetzt, im Übergang zum Winter, riecht die Nordsee besonders gut: Aufgewühlt von den Herbststürmen bringt die Brandung die maritimen Aerosole in die Luft, die aus Salzpartikeln und anderen Mineralstoffen bestehen. Und es ist das einzigartige, frische, salzige Heilklima, das gut tut. Den Wind im Gesicht spüren, die kühle und frische Luft voll Sauerstoff zum Durchatmen und den Blick über das Meer in die Ferne schweifen lassen – den Stress hinter sich lassen, das ist Entspannung pur.

 

Nach dem Strandspaziergang: Wärmende Getränke – heiß genießen

Spaziergänge in Wind und die Kälte kurbeln zusätzlich den Organismus des menschlichen Körpers an und erhöhen seinen Energieumsatz und regen damit auch seinen Stoffwechsel an, da er stetig arbeiten muss um seine Körperwärme zu erhalten.

Auch wenn es jetzt die ganz großen Touristenströme nicht (mehr) gibt, die Restaurants, die gemütlichen Teestuben und Cafés sind nach einem ausgiebigen Spaziergang jetzt genau der Ort, wo man einkehrt, um sich bei einem heißen Getränk, einem der hier so beliebten Warmmacher innerlich so richtig aufwärmen. Das kann natürlich ein leckerer Cappuccino oder auch ein heißer Tee „mit Wölkchen“ sein, aber Herbstzeit ist vor allem „Punsch-Zeit“ und Punsch ist nur ein Klassiker der leckeren norddeutschen Heißgetränke mit Schuss, die bei verantwortungsvollem Genuss ein wohliges Gefühl im Bauch erzeugen und für das innere Wohlbefinden sorgen und in vielen Variationen die dunkle Jahreszeit etwas bunt machen.

Da wäre zunächst einmal der „Glühwein“, der alle Varianten von gewürztem, erhitztem Wein beschreibt, egal ob es sich dabei um Rot- oder Weißwein handelt ist dabei egal. Allerdings ist roter Glühwein hier im Norden wesentlich beliebter. Für einen guten Glühwein eignet sich ein

sehr trockener oder halbtrockenen Wein als Basis. Diesen mit ein wenig Wasser mit Gewürznelken, Orange und Zitrone kurz aufwallen lassen, nach Bedarf Zucker zugeben und etwas ziehen lassen. Bei unseren dänischen Nachbarn gehören als Zutaten zum Glühwein (Gløgg) auf jeden Fall noch enthäutete, gehackte Mandeln und Rosinen.

Ein weiteres typisches Heißgetränk, das wohl im gesamten norddeutschen Raum bekannt und beliebt ist, ist der „Grog“ – auch „steifer Grog“ oder Rum-Grog genannt. Das Getränk wird mit dem bekannten Spruch „Rum muss, Zucker darf, Wasser kann“ hinlänglich beschrieben: Einen Stößel oder einen Teelöffel in ein Grogglas (Glas mit höherem Stiel) stellen, damit das Glas nicht springt. Zucker (etwa zwei TL) einfüllen, sprudelnd kochendes Wasser hinzugießen, umrühren, vier Zentiliter Rum (oder eben mehr) hineinkippen, wieder umrühren und genießen. Damit der Grog richtig schmeckt, sollte der Rum vorgewärmt und das Wasser kochend heiß sein.

Zu den beliebten „Aufwärmgetränken“, die man einmal probieren sollte, gehört auch der „Eiergrog“: Eigelb von drei Eiern und 3 Esslöffel Zucker werden hierzu auf einem warmen Wasserbad dickcremig aufschlagen. 100 ml Rum und 400 ml kochendes Wasser verrühren und unter Rühren zur Eigelbmasse geben. Eiergrog in Gläser füllen und mit Muskat bestreuen. Als „Eierpunsch“ statt Rum Weißwein verwenden.

Zwar liest sich der Name „Tote Tante“ recht makaber, aber auch dieses Heißgetränk zu probieren, lohnt sich: Grundlage ist eine Tasse ausreichend gesüßte, heiße Schokolade zu der ein Schuss Rum (wieder gute vier Zentiliter) gegeben wird. Das Ganze wird mit einem dicken Klecks Schlagsahne abgedeckt. Übrigens man nennt dieses Getränk auf vielen Weihnachtsmärkten auch „Lumumba", nach dem früheren kongolesischen Politiker Patrice Lumumba.

Eine kräftige Sahnehaube als „Abdeckung“ spielt auch eine wichtige Rolle beim besonders in Nordfriesland beliebten „Pharisäer“: Ein heißer Kaffee wird mit Zucker gut gesüßt, dem dann wenigstens vier Zentiliter Rum zugesetzt werden. Abgedeckt wird das Ganze mit eine Haube aus frisch geschlagener Sahne. Das Getränk verdankt seinen Namen einem Pastor auf Nordstrand, der seine Gastgeber als Pharisäer bezeichnete, weil sie auf einer Familienfeier den Rum in Kaffee gossen um den Alkohol vor ihm zu verbergen. Der Schwindel flog auf, als die Gäste vom Kaffee immer lustiger wurden und der Pastor versehentlich eine falsche Tasse erhielt.

Und last but not least gehört in die Liste der anregenden und innerlich wärmenden Heißgetränke auf jeden Fall noch ein „De geele Köm-Punsch“. Hierzu gießt man schwarzen Tee auf und lässt diesen kurz ziehen, wobei man eine „echte“ Teemischung auf jeden Fall dem Teebeutel vorziehen sollte. Kandis nach Bedarf und Belieben zum Süßen in eine kleine „De geele Köm Punschtasse“ geben und den heißen Tee dazugeben. Im Verhältnis auf ⅔ Tee gut ⅓ gut vorgewärmten Köm geben.

Der gelbe (geele) Köm ist ein Korn (mit 32 Vol.-% Alkohol), der mit Kräutern und Gewürzen wie Kümmel und teils auch einem Hauch Anis verfeinert ist. Er wird sowohl in Nordfriesland als auch in Ostfriesland meist für Teepunsch verwendet, findet inzwischen aber auch eiskalt serviert seine Anhänger.

In diesem Sinne ein freundliches „Zum Wohl“ und dazu noch eine Bitte: Immer daran denken, dass man diese alkoholhaltigen Getränke verantwortungsbewusst genießt. Das gilt besonders für die Teilnahme am Straßenverkehr – egal ob mit dem PKW oder mit dem Fahrrad. Insbesondere der Umstand, dass diese innerlich wärmenden Heißgetränke Zucker enthalten, der geschmacklich den Alkohol überlagert oder abmindert, lässt allzu oft vergessen, dass man bereits nach einem Glas Glühwein in der hier beschriebenen Rezeptur nicht mehr fahrtüchtig ist.

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