Ferienwohnung bauernhof Nordsee

Die Maischolle

Maischolle

Nein, die Maischolle ist wirklich keine neue Spezies in der der Ordnung der Plattfische, zu der ohnehin schon über 675 Arten, unterteilt in 134 Gattungen undnicht weniger als 14 Familien in 3 Überfamilien mit 2 Unterordnungen gehören. Zu den bekanntesten Plattfischen zählen zahlreiche Speisefische wie eben Scholle, Stein- und Heilbutt, Flunder und Seezunge.


Auch eine typische oder etwa ganz spezielle Zubereitungsform verbirgt sich nicht hinter dem Namen „Maischolle“. Der inzwischen insbesondere in der Gastronomie angesiedelte Handelsname „Maischolle“ („Großes Maischollen-Essen“, „Maischolle satt“ oder „Fangfrische Maischolle“) resultiert schlicht von dem Frühlingsmonat, in dem sich die jungen Schollen, so besagt die Tradition, aufgrund der Zartheit ihres Fleisches großer Beliebtheit erfreuen und eben als „Maischolle“ angeboten werden.


Eine andere Erklärung für diesen Namen, die ebenso sinnhaft wie mehr praktischer Natur ist, resultiert aus dem Umstand, dass die Fischer nach richtigen Wintermonaten, die es früher noch gab, oft erst Ende April wieder zu ihren Fanggründen hinausfahren konnten. Dabei waren die ersten angelandeten Fänge dann zumeist Schollen – dadurch kam der Name „Maischolle“ auf. Und nach der inzwischen für die Fischerei geltenden Schonzeiten und Fangbeschränkungen dürfen weibliche Schollen ohnehin erst ab dem 1. Mai wieder gefangen werden.
Bevor man nun also vielleicht die „Maischolle in Speck gebraten“ oder die Maischolle "Finkenwerder Art" oder eine „Maischolle mit Krabben und Speckbohnen“ oder die „Maischolle mit selbstgemachtem Kartoffelsalat“ nach einem der vielen angebotenen Rezepte selbst in der eigenen Küche zubereitet oder im Restaurant seiner Wahl bestellt, sollte man folgendes vielleicht bedenken


Der Name "Maischolle" führt den Liebhaber eines guten Fischgerichtes

allerdings oft ein wenig in die Irre, denn die Scholle beginnt meist erst ab Ende Mai/Anfang Juni einen wirklich runden und richtig guten Geschmack zu entwickeln, da sich die Fische vom kräftezehrenden Ablaichen erst wieder erholen müssen und bis dahin das Fleisch noch eher fad und wässrigschmeckt. Das beste Fleisch liefern Fische, die im Zeitraum August/September gefangen wurden, was ein guter Grund dafür ist, Scholle auch im Spätsommer zu genießen.

Und noch ein wenig Wissenswertes über die Scholle
Zu einem guten und abgerundeten Essen gehört neben dem passenden Getränk (wegen des leichten und sehr subtilen Geschmacks von Scholle und auch Seezunge harmoniert zu diesen Gerichten ein trockener bis halbtrockener weißer Wein wie Weißburgunder, Riesling oder Silvaner) auch ein gutes Tischgespräch, bei dem man ja vielleicht ein wenig über sein Wissen zur Scholle preisgeben kann.

Als wohl die bekannteste Vertreterin derPlattfische leben diese im Nordostatlantik vom Weißen Meer bis Gibraltar, im Mittelmeer und auch im Schwarzen Meer. Ihr Hauptverbreitungsgebiet ist die Nordsee, das Skagerrak und das Kattegat, die Beltseesowie die westliche Ostsee bis etwa bis zu einer Linie Gotland-Danzig. In der Ostsee wird sie wegen der zahlreichen hell- bis dunkelroten Flecken auf ihrer Oberseite, mit der sie sich dem jeweiligen Untergrund, auf dem sie liegt, farblich sehr gut anpassen kann, auch Goldscholle oder Goldbutt genannt. Die Unterseite, die so genannte Blindseite, ist weiß und hat nur gelegentlich dunkleFlecken. Schollen sind nachts im flacheren Wasser aktiv auf Beutejagd, während sie sich tagsüber zum Schutz im Sand vergraben.
Wegen ihres bevorzugten Lebensraums am Meeresboden werden sie zu den Grundfischen gerechnet.
Die Laichzeit der Schollen ist in der kälteren Jahreszeit, wobei ein Weibchen dabei bis zu 500.000 Eier von etwa zwei Millimeter Größe ablässt. Innerhalb eines Monats schlüpfen die sechs Millimeter großen Larven, die zunächst wie ganz normale Fische aussehen und leben. Erst wenn sie etwa zehn Millimeter groß sind, beginnt ihre Umwandlung zum Plattfisch: Das linke Auge wandert über die obere Körperhälfte nach rechts und die Jungfische beginnen, mit ihrer linken Körperseite(jetzt der „Blindseite“) zum Boden zeigend über den Meeresgrund zu schwimmen.
Männliche Schollen werden dann im Alter von drei bis vier Jahren geschlechtsreif, die Weibchen jedoch erst mit sechs bis neun Jahren.

In Form und Färbung sieht die Scholle einer Flunder sehr ähnlich. Anders als die Flunder, bei der man entlang der Seitenlinie und an der Basis von Rücken- und Afterflosse dornige Hautwarzen finden kann,
fühlt sich die Scholle durch ihre auffallend kleinen Schuppen völlig glatt an. Zwischen den Augen hat sie eine leistenartige Verdickung aus knöchrigen Höckern. Und Schollen sind in der Regel rechtsäugig.

Schollenessen - Genuss ohne Reue?


Überhaupt: Fisch nach korrekten ökologischen Kriterien zu essen, ist nicht ganz unkompliziert. Bei einigen Arten sind sich Umweltorganisationen und -experten einig: Diese Fische sollten im Wasser schwimmen und nicht im Kochtopf!
Wer sich aber einmal die verschiedenen Portale und Listen mit Veröffentlichungen gefährdeter Arten ansieht, wird feststellen, dass hier die Meinungen oft recht weit auseinander gehen.
So weist ein Bio-Ratgeber als Portal für eine gesunde Lebensweise darauf hin, dass Schollen und Seezungen mit schweren Schleppnetzen gefangen werden, wobei bei der Fischerei von Seezungenzwei Drittel mitgefangener Schollen wieder über Bord gehen. Außerdem wird der Meeresboden durch die Fangmethode stark beschädigt
Der WWF wiederumbezeichnet Schollen aus der Nordsee als »gute Wahl«, - wenn sie mit Stellnetz gefangen wurden. Der NABU Schleswig-Holstein sieht dagegen in der Stellnetzfischerei eine Gefahr für Seevögel und Meeressäugetiere, weil hierbei Schweinswale und Seevögel als unbeabsichtigter Beifang zu Tode kommen. Auch von Greenpeace wird diese Fangmethode nicht befürwortet.


Greenpeace lässt Schollen, und hier ausschließlich die Pazifische Schollen nur dann als »noch empfehlenswert« durchgehen, wenn sie mit Grund-Langleinen gefangen sind.
Die Weltnaturschutzunion IUCN führt die Scholle in der Roten Liste der gefährdeten Arten, bewertet sie allerdings als nicht gefährdet (Least Concern).


Gar nicht so einfach, hier als Verbraucher das Richtige zu tun bzw. zu essen. Aber man sollte natürlich schon wissen, dass man mit zum Schutz der Meere beitragen kann, indem man bewusster und seltener Fisch isst und nur Fisch aus gesunden Beständen kauft, der nachweislich mit schonenden Methoden gefangen wurde.
Dafür gibt es bereitsheute immerhin eine Vielzahl von Gütesiegeln für nachhaltig gefangenen Fisch, zum Beispiel das MSC-Siegel.


Auch die vom Rat der EU-Fischereiminister jährlich festgelegten zulässigen Gesamtfangmengen, die Fangquoten, für die einzelnen Fischarten und die verschiedenen Fanggebiete innerhalb der Union, stellen eine Maßnahme zur nachhaltigen Bewirtschaftung der meisten kommerziellen Fischbeständedar. Diese basieren sowohl auf wissenschaftlichen Gutachten des Internationalen Rates für Meeresforschung und stehen im Einklang mit den Zielen der gemeinsamen Fischereipolitik.


Hat man im Jahr 2009/2010 mit nur fünf Beständen, die maximal befischt werden durften, begonnen, sind es heute 36 in der Nordsee, im Atlantik und in der Ostsee.
Und die gute Nachricht dabei ist, dass bei der Scholle die freigegebene Fangmenge in der Nordsee noch nie so groß war, wie für die Jahre 2015 und 2016.

Zurück

Schafe
  • Tel: +49.04663.1889576
  • Fax: +49.04663.2034927
  • Mail: Info@Hockmannshof.de

© 2010 - 2017.Hockmannshof - NordseeUrlaub mit HundFerienwohnung auf dem BauernhofImpressum/Datenschutzerklärung