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Seehunde beobachten – auf Augenhöhe mit den „Haustieren“ der Nordsee

Seehundbänke

Zu einem echten Nordseeurlaub am Rande des Weltnaturerbes Wattenmeer gehören neben Entspannung vom Alltagsstress für Jung und Alt inmitten einer einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft, die im beständigen Wechsel von Ebbe und Flut den Lebensrhythmus und damit auch den Urlaub an der Nordsee bestimmt, viele Freizeitmöglichkeiten, die man nur hier erleben kann: Man kann sowohl im Meer baden und ein paar Stunden später auch auf dem Meeresgrund wandern. Und man kann sich mit einer einzigartigen Flora und Fauna vertraut machen, kann die „Small Five“, die fünf bedeutsamsten Tiere im Wattenmeer, den Wattwurm, die Gemeine Herzmuschel, die Gemeine Strandkrabbe, die Gemeine Wattschnecke und die Nordseegarnele bei einer geführten Wattwanderung in ihrem Lebensraum kennen lernen.

Und man kann mit etwas Glück auch den „Big Five“ des Wattenmeeres begegnen – jedenfalls dem Seehund, der Kegelrobbe, dem Schweinswal und dem Seeadler, denn der Europäische Stör gilt hier noch immer als ausgestorben und kann nur in einem Aquarium beobachtet werden.

 

Tierische Begegnungen mitten im Wattenmeer

So gehört zu einem richtigen Nordseeurlaub auf jeden Fall eine Seetierbeobachtung an Bord eines Schiffes dazu, wobei sich bei Ebbe die Seehunde recht unerschrocken auf „ihren“ Sandbänken zeigen. Die Kapitäne der Ausflugsschiffe der ansässigen Reedereien kennen in ihren Revieren diese Plätze und bringen die Gäste so dicht wie möglich an die Tiere heran, ohne dass diese dabei gestört werden und man die Seehunde tatsächlich in ihrer natürlichen Umgebung erleben kann.

Seehunde werden als niedlich empfunden und sind besonders schön anzuschauen, ein Umstand, der sich nicht zuletzt in der Beliebtheit von Seehund-Kuscheltieren mit den großen Knopfaugen widerspiegelt. Sie gehören Familie der Hundsrobben und damit nahe Verwandte der Kegelrobben und Ringelrobben. Und so niedlich wie sie erscheinen – sie sind Raubtiere! Man findet sie entlang vieler Küsten auf der nördlichen Halbkugel. Dieses und noch viel mehr Wissenswertes rund um das Wattenmeer und seine zahlreichen tierischen Bewohner erfahren die Teilnehmer einer Fahrt zur Seehundbeobachtung. Je nach Wetter empfiehlt sich die Mitnahme regenfester Kleidung und natürlich sollten eine Kamera und/oder ein Fernglas auf keinen Fall fehlen.

 

Seehundbänke fast überall vor der Nordseeküste

Ruheplätze der Seehunde befinden sich an Sand- und Kieselstränden, an Felsenküsten, eben im Wattenmeer, aber auch auf dem Eis. Und entlang der Nordseeküste bieten viele Reedereien Schiffstouren an, die interessierte Gäste auf Wattenmeer-Safaris ganz nah an die Seehunde bringen – hier eine kleine Auswahl der Schiffstouren:

So werden z.B. auf Sylt von den Häfen List und Hörnum als auch auf den Festland vom Hafen Schlüttsiel Fahrten zu den Ruheplätzen der Seehunde und Kegelrobben im Weltnaturerbe Wattenmeer, kombiniert mit einem Seetierfang zum Bestaunen von Schollen, Seesternen, Einsiedlerkrebsen, Schnecken, Muscheln oder Seeskorpionen (je nach Fangergebnis und Jahreszeit) angeboten.

Von Nordstrand (Strucklahnungshörn ) aus finden ebenfalls Weltnaturerbefahrten zu den Ruheplätze der Seehunde vor der Halbinsel Eiderstedt statt – hier mit landseitigem Blick auf den Leuchtturm Westerhever, ein zusätzliches interessantes Fotomotiv. Eine der größten Seehundsbänke der deutschen Nordseeküste befindet sich etwa 20 km vor Büsum, von wo aus Fahrten zur Beobachtung von oftmals 100 Seehunden, die sich an einem Platz befinden, angeboten werden.

 

Zoo ohne Gitter – Seehunde und Kegelrobben auf der Helgoländer Düne

Eine besondere Möglichkeit, Seehunde praktisch aus nächster Nähe, in freier Wildbahn zu beobachten, bietet sich auf dem heimlichen „Juwel“ von Helgoland, der Badedüne. Sie liegt rund einen Kilometer neben der Hauptinsel. Auf etwa 1000 Meter Länge und 700 Meter Breite findet der Besucher eine Fläche von rund 130.000 m² feinstem Strand. Die Badedüne bleibt wegen der knappen Zeit bei einem Aufenthalt vom Tagestourismus fast unberührt und stellt ein Paradies für Sonnenanbeter, Fossiliensammler und Urlauber dar, die Ruhe und Kontakt zur Natur suchen. Und dieses Areal teilen sich die Urlauber, ob als Badende in Textil, FKK oder Mixed in direkter Nachbarschaft mit Seehunden und Kegelrobben, die hier friedlich nebeneinander liegen. Sie sind neugierig, kennen kaum Scheu und sonnen sich tagsüber am Strand. Es ist schon ein irres Gefühl, den Raubtieren – und dies sei noch einmal ausdrücklich betont – aus 30m Entfernung in der freien Wildbahn zuschauen zu können. Zur Erinnerung: Kegelrobben sind die größten freilebenden Raubtiere Deutschlands, die Bullen erreichen eine Länge von bis zu drei Metern und werden bis zu 320 kg schwer und haben ein nicht zu unterschätzendes Gebiss! Der Seehund hingegen ist nur halb so groß und bringt höchstens 100 Kilogramm auf die Waage. Zwar liegen die Tiere sehr ruhig und gelassen am Strand, aber auf keinen Fall sollte man ihnen den Weg zum Wasser versperren - auch nicht für unbedachte Selfie-Fotos. Und man sollte auf jeden Fall den 30-m-Sicherheitsabstand zu den Tieren einhalten!

Wer also bei einem zeitlich knapp bemessenen Tagesaufenthalt auf die Lange Anna und den zollfreien Einkauf verzichtet und stattdessen die Helgoländer Düne besucht oder auch an einer Führung auf der Düne teilnimmt, wird ganz sicher nicht enttäuscht sein.

 

Seehundstationen – Erlebnisstationen für die ganze Familie

Insbesondere einmal die kleinen Seehunde auf ganz kurze Distanz zu sehen und zu erleben, wie sie geschickt in den Becken schwimmen und tauchen, um dann wieder an den Beckenrand zurückzukehren und mit den großen „Kulleraugen“ neugierig zu schauen, das bieten die Seehundstationen an der deutschen Nordseeküste, die sich mit viel Liebe und Engagement insbesondere mit der Rehabilitation und Aufzucht verwaister und hilflos an den Stränden aufgefundener Jungtiere beschäftigen. Diese Arbeit ist insofern wichtig und notwendig, da es sich bei diesen Tieren um die sogenannten Heuler handelt, um Jungtiere, die aus ganz verschiedenen Gründen wie Stürme oder Meeresströmungen von den Muttertieren getrennt wurden und die ansonsten keine Chance zum Überleben hätten. Über eine aufwändige Quarantäne, eine ständige tierärztliche Betreuung mit Gewichtskontrollen und vor allem über regelmäßige Fütterungen bis zu einem Gewicht von etwa 25 Kilogramm, das eine spätere Auswilderung in die Nordsee ermöglicht, wird hier den Jungtieren alles geboten, damit sie hier in Ruhe heranwachsen können.

Der absolut positive Nebeneffekt ist dabei, dass die Seehundstationen besucht werden können und man hier die äußerst interessanten Tierfütterungen miterleben kann, die meist mehrfach am Tag stattfinden. Tiere, die sich hier schon etwas länger in Pflege und Betreuung befinden, sind oft sogar in der Lage, mit den Tierpflegern kleine Kunststücke vorzuführen, um so an ihre Portion Fisch zu kommen. Junge Seehunde, die bisher so gut wie gar keinen Kontakt zu Menschen hatten, kann man in der Seehundstation oftmals durch große Fensterpanoramascheiben beobachten. Man ist extrem nah an den Tieren ohne diese jedoch zu stören.

Außerdem kann man hier viele spannende und interessante Informationen über und rund um die Seehunde erfahren

An der Westküste Schleswig-Holsteins ist die Seehundstation Friedrichskoog e.V. in 25718 Friedrichskoog, An der Seeschleuse 4, die einzige autorisierte Aufnahmestelle für verlassen oder erkrankt aufgefundene Robben und nimmt Aufgaben der Information, der Aufzucht sowie der Forschung wahr. Von der Fütterung bis zu den faszinierenden Schwimmkünsten kann man hier die artgerechte Aufzucht der kleinen Meeressäuger erleben.

 

Was tun beim Auffinden eines Seehundbabys?

Bei Spaziergängen am Rande des Wattenmeeres, insbesondere bei Ausflügen nach Stürmen und Sturmfluten, kann es durchaus einmal vorkommen, dass man einem Seehundbaby, vereinzelt auch einer jungen Kegelrobbe, begegnet, die jeweils einen verwaisten, hilflosen und oft auch kranken Eindruck vermitteln. Hier wird sich zunächst die des Menschen eigene Hilfsbereitschaft und Tierliebe bemerkbar machen – helfen! Allerdings sollte man jetzt grundsätzlich dabei nichts falsch machen: Bei dem einzelnen Tier handelt es sich um einen sogenannten Heuler. Als Heuler wird ein dauerhaft von der Mutter getrennter junger Seehund/eine junge Kegelrobbe in den ersten Lebenswochen bezeichnet. Das Heulen ist ein normaler Kontaktlaut des Jungtieres, mit dem es nach seine Mutter ruft, kein Klagen! Den Heuler auf keinen Fall anfassen, wir denken trotz der großen „Knopfaugen“ an das Gebiss und wir wissen auch, dass dieses Tier eventuell krank sein könnte. Der im Wattenmeer ohnehin angeleint (!) geführte Hund ist ebenfalls unbedingt vom Heuler fernzuhalten. Am besten ist es, einen weiten Abstand von mindestens 300 m zum Tier einzuhalten und telefonisch einen Seehundjäger, die Seehundstation oder die Polizei zu benachrichtigen.

 

Übrigens bekommen die Seehunde in der Nordsee ab Ende Mai ihre Jungen und ohne menschliche Hilfe würde so mancher Heuler – verlassen an Stränden oder auf Sandbänken – den Überlebenskampf in freier Natur nicht gewinnen. Sie haben es noch nicht gelernt sich selbstständig in der freien Wildbahn zu ernähren und würden, wenn sie sich selbst versorgen müssten, verhungern.

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