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Sylt zerfällt nicht Teil 2

Sylt

Nur ein Naturphänomen oder auch ein wenig „hausgemachter“ Landverlust?


Bedingt durch Meeresströmungen, Sturmfluten und den schleichenden Sandschwund durch den Sandflug musste die Insel Sylt bereits in den Jahren von 1870 bis 1951 in jedem Jahr ca. 0,4 Meter Küstenland im Norden und sogar 0,7 Meter im Süden an das Meer abgeben. Diese bedrohliche Situation für die Sylter wurde durch die Dünenbepflanzung mit Strandhafer bereits im 18. Jahrhundert zurückgedrängt, trotzdem ging der Abbruch von ganzen Landstücken weiter, das belegen Aufzeichnungen aus dieser Zeit. Und Aufzeichnungen belegen sogar, dass danach bis 1984 jährlich mehr als ein Meter Land abbröckelte. Die Sturmfluten taten in den Jahren ihr übriges – teilweise wurden Landabschnitte sogar vorübergehend von Sylt getrennt.

Millionen gegen den Zerfall

Heute wird in jedes Jahr der Versuch unternommen, die Sylter Westküste mit millionenschweren Sandvorspülungen vor jeder weiteren Erosion zu schützen, der wertvolle Sand aus dem Meer wird dabei durch Rohre auf die Strände gepumpt und dort von Bulldozern und Baggern für den Küstenschutz verteilt. Von 1972 bis 2014 wurden rund 45 Mio. Kubikmeter Sand auf gespült, allein die im Jahr 2013 aufgespülten etwa eine Millionen Kubikmeter Neusand vom Meeresgrund schlugen mit Kosten in Höhe von etwa 6,35 Millionen Euro zu Buche.


Was nun die Hörnumer Odde betrifft, so werden die durchaus nicht unbegrenzten Mittel für den Küstenschutz in erster Linie und besonders dafür eingesetzt, die Menschen und ihren Lebensraum vor den Folgen der Sturmfluten zu schützen. Zu dieser Strategie gehört somit auch, dass nicht jeder natürliche Prozess an der Küste verhindert werden kann.

Und natürlich wird in der besorgten Internetgemeinde gepostet, dass für die sturm-, strömungs- und hochwasserbedingte Verkleinerung der Hörnumer Odde die Ursachen und die Verursacher bekannt sind.
Da wäre zunächst die 1962 erfolgte Errichtung der reetgedeckten Ferienhäuser in der sogenannten „Kersig-Siedlung“ in wattnaher Ortslage mitten in den Dünen, in Alleinlage mit Nordseeblick - gegen die damalige Empfehlung der Küstenschutzbehörden.


Und da war der frühere Verkehrsminister Seebohm, der auch kraft seines Amtes dafür Sorge trug, dass bereits in den 60er-Jahren zum Schutz vor der Siedlung riesige, vierfüßige Betonklötze, sogenannte Tetrapoden, auf den Meeresgrund gesetzt wurden. Das brachte zusätzliche Sandablagerungen vor der Kersig-Siedlung und einen Schutz für den sich nördlich befindlichen Ort Hörnum. Gleichzeitig, wie sich allerdings erst später herausstellte, wurde hierdurch die Strömung unterbrochen und dieser bis dahin schützende Sand von der Sylter Südspitze abgetragen.
Sicher, alles ein Beginn vom Abtrag eines Teil des mit Gräsern bewachsenen Sandzipfels, aber nun aus heutiger Sicht alleine falsche Entscheidungen für den Landverlust verantwortlich zu machen, scheint nicht ganz fair zu sein: Gepostet wird sogar eine Schuldzuweisung an die von 1923 bis 1927 dauernde Errichtung des Hindenburgdammes und die Ausweisung der Hörnumer Odde als Naturschutzgebiet im Jahr 1972.


Allerdings ist in keinem Kommentar über einen Zusammenhang von Landverlusten an den Küsten durch die Klimaveränderungen zu lesen. Keiner weist auf einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und der vermehrten Häufigkeit und Heftigkeit von orkanartigen Stürmen und Orkanen hin. Niemand geht in seinen geposteten Beiträgen darauf ein, dass die Sturmfluten in den letzten Jahren erheblich heftiger auf die Küsten aufgetroffen sind, was wiederum mit den höheren Wasserständen der Meere – auch in der Nordsee – zu tun hat. Belegte Daten verweisen zum Beispiel darauf, dass im Bereich der Deutschen Bucht der Meeresspiegel um ca. 1,7 Millimeter pro Jahr im letzten Jahrhundert angestiegen ist. In diesem Jahrhundert könnte der Anstieg des Meeresspiegels weltweit sogar zwischen 30 bis 80 Zentimeter liegen. Und seriöse Klimaforscher warnen: Die überwiegend von Menschen verursachte Erderwärmung würde bei einem Abschmelzen der Antarktis um nur fünf Prozent des dortigen Eises einen weltweiten Anstieg der Meere um drei Meter nach sich ziehen.

Fazit

Sicher „Deutschland verliert ein Stück“ wie manche per Twitter trauern – aber nur ein sehr kleines und überschaubares Stück, aber Sylt wird eine „kleine Odde“ behalten und der „Zerfall“ der Insel findet nicht statt. Jedenfalls noch nicht.
Bleiben wir Optimisten und bleiben wir dabei, unsere Einstellung zu Klima und Umwelt täglich auf den Prüfstand zu stellen – auch für Sylt!

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