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Alles Wolle, oder was? Das Wolle-Festival in Saltum in Dänemark

Schafswolle

Vor wahrscheinlich über 10.000 Jahren wurde das Schaf erstmals, vermutlich in Anatolien, domestiziert und spielte in der frühen Geschichte der Menschheit vor allem als Milch-, Lamm- bzw. Hammelfleischlieferant eine bedeutende Rolle. Seit etwa 5.000 Jahren werden Schafe aber nicht nur als Fleischlieferanten, sondern auch wegen ihrer Felle und ihrer Wolle gehalten.

In Europa ist die Wolle der Schafe vermutlich bereits seit der Bronzezeit als textiles Material bekannt und bei den Ägyptern wurde die Wollmanufaktur bereits in großem Umfang betrieben. Bis in das 19. Jahrhundert war Wolle ein kostbares Material und das Tragen von Wollkleidung ein Privileg höherer Stände wohlhabender Bürger. Erst seit Schafwolle aus Australien und Neuseeland nach Europa importiert wurde und damit in ausreichender Menge zur Verfügung stand, wurde das wärmende Material auch für den Rest der Bevölkerung nach und nach erschwinglich.

Dabei hatte man sehr schnell erkannt, dass die guten Eigenschaften bei der durch die Schur gewonnen Wolle erhalten blieben: Die Tiere schützen sich mit ihrem Fell vor Kälte und anderen Witterungen. Durch kleine Lufteinschlüsse in den Fasern wirkt die Wolle sehr wärmend. Wolle ist darüber hinaus temperaturausgleichend. Sie schützt den Körper vorm Auskühlen, gibt überschüssige Wärme aber nach außen ab. Außerdem sorgt der hohe Lanolingehalt dafür, dass die Fasern schmutz- und wasserabweisende Eigenschaften besitzen, was die Pflege von Wollprodukten erleichtert.

 

Wolle, der zu Unrecht vernachlässigte Rohstoff

Gerade in den Ländern Nordeuropas spielte Bekleidung aus Wolle lange Zeit eine sehr große Rolle. Als Beispiel sei hier der klassische Islandpullover genannt, den es in Deutschland erst seit den späten fünfziger Jahren gibt. Die Pullover mit den runden Musterpassen erfreuen sich bei Freizeitbeschäftigungen aller Art größter Beliebtheit. Hergestellt aus 100% reiner Schafswolle, ist er extrem robust und widerstandsfähig. Da die verwendete Wolle eine natürliche wasser- und schmutzabweisende Oberfläche hat, braucht der Islandpullover fast nie gewaschen werden und schützt besonders gut vor Kälte. Ähnliche positive Eigenschaften verbinden sich mit dem Norwegerpullover, oder kurz Norweger genannt, einem aus Schafwolle grob gestricktem Pullover, der ebenfalls ganz besonders warm hält und eine natürliche Thermoregulations-Eigenschaft besitzt. Das heißt, dass Schafwolle Feuchtigkeit wesentlich schneller ableitet als beispielsweise Baumwolle.

Und auch der sogenannte Hanse-Troyer, ein Seemannspullover, gestrickt aus 100% Schurwolle lässt sich als Beispiel für die vielen Vorteile einer wärmeausgleichend Kleidung anführen, die sowohl bei Kälte als auch bei Wärme angenehm zu tragen ist und Feuchtigkeit speichern kann, ohne sich dabei nass anzufühlen, was insbesondere auf das in der Wolle enthaltene Lanolin, dem Wollfett, zurückzuführen ist. Wollprodukte sind knitterfrei und selbstreinigend. Um ein Kleidungsstück aus Wolle sauber zu bekommen, reicht es aus, es bei hoher Luftfeuchtigkeit nach draußen zu hängen.

Wolle ist ein einzigartiger, nachwachsender und biologisch abbaubarer Rohstoff, der im Gegensatz zu Kunstfasern, wie z.B. Polyester, beim Waschen keine winzigen Plastikpartikel ins Meer abgibt und ist damit im Prinzip biologisch abbaubar. Die Eigenschaften zur Regulierung des menschlichen Wärmehaushalts sind deutlich besser als bei Kleidung aus synthetischen Fasern. Und – Wollprodukte haben in der Regel eine lange Lebenszeit und werden weniger und bei geringerer Temperatur gewaschen.

Trotzdem findet Wolle heutzutage als Rohstoff für Bekleidung nur noch wenig Beachtung und das trotz der vielen aufgeführten Vorteile - vollkommen zu Unrecht.

 

Alles mit, von und über Wolle – das Wolle-Festival an Dänemarks Nordseeküste

Ganz sicher auch, um dem Trend des Vergessens des vielseitig verwertbaren Rohstoffs Wolle entgegenzuwirken und gleichzeitig für Handarbeitsfans und Freunden der mannigfachen Ver- und Bearbeitungsmöglichkeiten von Wolle ein Forum zu geben, findet in dem kleine Ort Saltum an der dänischen Nordsee bereits zum zwölften Mal das „Uldfestival Saltum“, zu Deutsch das „Wolle-Festival Saltum“, statt, und das natürlich, wie in den vergangenen Jahren auch, wieder am zweiten Mai-Wochenende, also am 12. und am 13. Mai 2018.

Der kleine Ort Saltum neben dem bekannten Badeort Blokhus an der Jammerbucht in der Nähe von Aarhus in Jütland gelegen, hat gerade einmal knapp 700 Einwohner und ist an diesem Wochenende wieder Anlaufpunkt für rund 20.000 Besucher, für in- und ausländische Handarbeitsfans und damit unbestritten eines der größten Wolle- Festivals Skandinaviens.

Freunde von „zwei links, zwei rechts“, von festen Maschen sowie von Strick- und Häkelnadeln finden hier alles für ihr Hobby, ihre Passion. Dazu bieten rund 50 Aussteller und (Kunst-)Handwerker neben Wolle und Garne in verschiedenster Qualität und Farben, Filz, Gewebtes und Bekleidung an. Und natürlich gibt es hier solche unverzichtbaren „Werkzeuge“ wie Strick- und Häkelnadeln, aber auch Stoffe und andere Materialien rund um das beliebte und populäre Hobby „Handarbeit“.

Ebenfalls zum Programm der beiden Tage gehören Kurse und Workshops im Stricken und Häkeln mit den Möglichkeiten des Austausches von Stricktraditionen und der Vorstellung neuer Muster von Strick-Profis. Und natürlich auch Vorführungen im Spinnen, der uralten Tradition, aus dem wertvollen Material "Wolle" Garne zu spinnen, um sie danach zu kunstvollen Pullovern, Handstulpen oder Webstoffen zu verarbeiten. Es erfordert viel Geschicklichkeit, das Schwungrad gleichmäßig in Gang zu halten und gleichzeitig mit viel Fingerfertigkeit die Wolle für die Spindel vorzubereiten. Und natürlich wir auch das beliebte Filzen vorgeführt, bei dem mit heißem Wasser und Seife, kombiniert mit Reibung, ein faszinierender Prozess in Gang gesetzt wird. Lose Wollfasern verbinden sich zu einem kompakten Gewebe, Farben verschmelzen ineinander und interessante Strukturen entstehen.

Arbeitende Werkstätten und Kreativkurse zeigen den Besuchern das Färben mit Pflanzenfarben und bieten Vorträge und vieles mehr. Zudem bieten an einigen Ständen dänische DesignerInnen ihren neusten Entwürfen auch zum Kauf an.

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass in diesem Jahr das Baltikum zu Gast an Jütlands Nordseeküste ist - Stricktraditionen und -muster der baltischen Länder stellen einen besonderen Schwerpunkt dieses „kuschelweichen“ Events dar.

Und wie es bei unseren dänischen Nachbarn üblich und Tradition ist, wird für das leibliche Wohl mit kulinarischen Spezialitäten und musikalische Umrahmung natürlich auch in diesem Jahr gesorgt sein.

 

Der Eintritt zum Festival ist übrigens frei, für die Teilnahme an ausgewählten Kursen oder Vorträgen wird jedoch ein Kostenbeitrag erhoben.

 

Öffnungszeiten

Samstag, 12. Mai 2018 von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Sonntag, 13. Mai 2018 von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr

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die Nordsee lädt dazu ein.
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